WUNDERHEILER

Ein Thetaerabend voller Spannung und Wortwitz

Das Stück des Erfolgsduos Hübner/Nemitz glänzt mit einem hervorragenden Ensemble

In Holzminden auf der Bühne: Ursula Berlinghof (links) und Ines Braun.

Der Kulturverein holt am 28. April um 20 Uhr erneut eine erfolgsverwöhnte Produktion des Tourneetheaters Thespiskarren in die Stadthalle Holzminden

Lutz Hübner und Sarah Nemitz sind Garanten für Erfolgsgeschichten auf der Bühne und im Film. Mit „Frau Müller muss weg“ sind sie aus der deutschen Theaterlandschaft nicht mehr wegzudenken. Ihre Stücke sind in der Regel preisgekrönt und ein Muss für jede Bühne. Beide Autoren sammelten Erfahrungen als Schauspieler*in und begeistern mit ihren geschliffenen Dialogen und einem unglaublichen Wortwitz. Es gelingt ihnen, die Charaktere so überzeugend zu zeichnen, dass sie gleichzeitig authentisch und skurril ein Geschehen auf die Bühne bringen, dem der Zuschauer staunend und gefesselt gegenübersteht.

Darum geht es im „Wunderheiler“
Das Stück erzählt die Geschichte einer Familie, deren alte Konflikte durch die Erkrankung der Mutter wieder aufbrechen. Die Autoren stellen die Diskussion um die  traditionelle Medizin versus alternative Heilmethoden vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Zerrissenheit in den Mittelpunkt des Familienkonflikts.

Claudia, bei der ein Herzklappenfehler diagnostiziert wurde, lädt ihre Familie zur Entscheidungshilfe ein, aber auch, um die zerstrittenen Kinder wieder zusammen zu führen. Bei diesem Treffen prallen Welten aufeinander: Hier die erfolgreiche Finanzberaterin, für die nur zählt, was wissenschaftlich erwiesen ist. Dort der Waldorfschullehrer, der mit seiner Frau ein Zentrum für alternative Therapien aufbaut. Und dazwischen die alleinerziehende Buchhändlerin, der das Leben an sich einfach zu viel ist. Alle drei sind Claudias Kinder – und tief zerstritten seit dem Tod des Vaters. Ein Wochenende im Hotel auf Claudias Kosten soll den Kindern die Gelegenheit geben, die Situation zu besprechen und dann Claudia einen fundierten Rat zu geben. Lieblingsenkelin Emilia, frischgebackene Abiturientin, fungiert als widerwillige Spionin, die der Großmutter berichtet. Doch das Treffen steht unter keinem guten Stern. Die alten Konflikte sind nicht ausgetragen, zurückgeblieben sind Verletzungen und verlorenes Vertrauen. Die alles verändernde Erkrankung der Mutter ist aber auch eine Chance für den Neubeginn.

Starbesetzung mit Ursula Berlinghof
Mit Ursula Berlinghof in der Rolle der Claudia wird die Inszenierung der Schauspielbühnen Stuttgart ideal besetzt. Die gebürtige Heidelbergerin arbeitete nach ihrem Schauspielstudium an bekannten deutschen Bühnen und ist eine gefragte Hörbuchsprecherin. Darüber hinaus isst sie dem Publikum aus Produktionen wie SOKO und Polizeiruf 110 bekannt. In der Spielzeit 22/23 wurde sie an den Schauspielbühnen Stuttgart zur beliebtesten Schauspielerin des Jahres gewählt.

Das Holzmindener Publikum darf sich auf einen spannenden Theaterabend in hochkarätiger Besetzung und eine gelungene Inszenierung freuen.